Wirtschaftsgüter, geringwertige

Aus Vereinfachungsgründen können bestimmte Wirtschaftsgüter im Jahr der Anschaffung oder Herstellung in voller Höhe als Werbungskosten (Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung) oder Betriebsausgaben abgesetzt werden, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten für das einzelne Wirtschaftsgut 410 € nicht übersteigen (§ 6 Abs. 2 i. V. m. § 9 Abs. 1 Nr. 7 S. 2 EStG). Dabei sind die Anschaffungs- oder Herstellungskosten um den darin enthaltenen Vorsteuerbetrag zu vermindern (§ 9 b Abs. 1 EStG, Umsatzsteuer). Voraussetzung für den sofortigen Werbungskosten-oder Betriebsausgabenabzug eines geringwertigen Wirtschaftsguts ist, dass es sich um ein abnutzbares bewegliches Wirtschaftsgut handelt, das einer selbstständigen Nutzung fähig ist. Eine solche selbstständige Nutzungsfähigkeit ist auszuschließen, wenn das Wirtschaftsgut nur zusammen mit anderen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens genutzt werden kann und die in den Nutzungszusammenhang eingefügten Wirtschaftsgüter technisch aufeinander abgestimmt sind (§ 6 Abs. 2 S. 2 EStG, z. B. Kino- und Theaterbestuhlung, BFH BStBl. III 1966, 686; Maschinenwerkzeuge und -verschleißteile, BFH BStB1. II 1996, 166).
Ab 1. 1.2008 wurde durch das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 vom 14. 8. 2007, BGBl. I 2007, 1912; BStBl. I 2007, 630 eine grundlegende Systemumstellung geschaffen.
Während sich für die Überschusseinkünfte keine Änderungen ergeben (weiterhin Wahlrecht zum Sofortabzug als Werbungskosten bei Anschaffungskosten bis 410 €) sind bei den Gewinneinkunftsarten (Einkunftsarten) folgende Änderungen zu beachten:
— Pflicht zum Sofortabzug als Betriebsausgaben bei Anschaffungskosten bis 150 € (§ 6 Abs. 2 S. 1 EStG n. F.).
— Bildung eines Sammelpostens (Pool) pro Jahr mit allen im Jahr angeschafften bzw. hergestellten Wirtschaftsgüter, deren Wert 150 € aber nicht 1000 € übersteigt (§ 6 Abs. 2 a S. 1 EStG n. F.).
Abschreibung des jeweiligen Pools mit jährlich 20% über 5 Jahre (§ 6 Abs. 2 a S. 2 EStG n. F.).
— Keine Verminderung des Sammelpostens, wenn das Wirtschaftsgut aus dem Betriebsvermögen durch Veräußerung oder Privatentnahme ausscheidet (§ 6 Abs. 2 a S. 3 EStG n. F., der Erlös bzw. der Entnahmewert ist als Einnahme zu erfassen).






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