Kelsen, Hans

(1881-1973), wurde in Prag (damals noch Teil der österreich-ungarischen Doppelmonarchie) geboren. Kelsen studierte Rechtswissenschaft an der Wiener Universität, habilitierte sich (Hauptprobleme der Staatsrechtslehre, 1911) und war bis 1930 als Dozent und später als Professor zunächst an der Akademie für Welthandel, dann an der Wiener Universität tätig. Freundschaft mit Max Adler und Karl Renner; 1918 arbeitete er am Entwurf der österreichischen Verfassung mit. Von 1921 bis 1930 war er als Richter an dem von ihm entworfenen Verfassungsgerichtshof tätig. In der 1929 in 2. Auflage erschienenen Schrift über „Wesen und Wert der Demokratie” verteidigt er den juristischen Staatsbegriff und die interessenpluralistisch geprägte parlamentarische Parteiendemokratie. 1930 wurde er an die Universität Köln berufen. Gegen Carl Schmitt verteidigte Kelsen Wesen und Wert der Demokratie. Im April 1933 wurde Kelsen entlassen. Er lehrte nun in Genf und Prag. Anfang Oktober 1936 rief Carl Schmitt zum „Kampf der deutschen Rechtswissenschaft gegen den jüdischen Geist”, insbesondere gegen „die Wiener Schule des Juden Kelsen” auf. 1940 emigrierte Kelsen in die USA. Erst 1945 wurde er „full professor” am Political Science Department in Berkeley. 1950 erschien das Standardwerk „Law of the United Nations”, 1960 die „ Reine Rechtslehre” in 2. Auflage. Kelsen blieb in Kalifornien und starb am 19. April 1973.
Kelsen, Hans: Hauptprobleme der Staatslehre — Entwickelt aus der Lehre von Rechtssätzen. Wien (Mohr-Verlag) 1993. Kelsen, Hans: Reine Rechtslehre. Wien (Deuticke-Verlag)21960. Kelsen, Hans: Vom Wesen und Wert der Demokratie. Tübingen (Mohr-Siebeck-Verlag). Neudruck der 2. Auflage 1929.






Vorheriger Fachbegriff: Kelloggpakt | Nächster Fachbegriff: Kennenmüssen


Status der Seite: Auf aktuellem Stand. Nach Überprüfung freigegeben.

 


 

Copyright 2014 Rechtslexikon.net - All rights reserved. Impressum Datenschutzbestimmungen Nutzungsbestimmungen