Haverei (Havarie)

werden die Schäden genannt, die ein Schiff oder die Ladung während einer Seereise erleiden. Zur großen H. gehören die Schäden, die der Schiffskapitän dem Schiff und der Ladung vorsätzlich zufügt, um sie aus einer gemeinsamen Gefahr zu retten, ferner Schäden, die durch solche Maßnahmen weiter entstehen und die hierfür aufgewendeten Kosten (§ 700 HGB). Große H. liegt insbes. vor, wenn Ladung über Bord geworfen oder auf andere Schiffe übergeladen wird, das Schiff absichtlich auf Strand gesetzt oder ein Nothafen angelaufen wird (§ 706 HGB). Besondere H. sind alle durch einen Unfall verursachten Schäden und Kosten, die nicht unter den Begriff der großen H. fallen (§ 701 HGB). Bei der großen H. werden Schäden und Kosten von Schiff, Fracht und Ladung gemeinschaftlich, bei der besonderen H. von den Eigentümern des Schiffes und der Ladung von jedem für sich allein getragen, sofern sie nicht der Schädiger zu erstatten hat (i. e. S. §§ 716 ff. HGB). Das Verfahren gehört zur freiwilligen Gerichtsbarkeit (§§ 403 ff. FamFG); über die H. wird eine Dispache aufgemacht. Kleine H. sind alle durch die Seereise entstehenden Kosten, z. B. Hafen- und Lotsengebühren, Schlepplohn usw. (§ 621 HGB). S. a. Transportversicherung.






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