statistische Methode

Beinhaltet verschiedene Ansätze zur Voraussage künftigen Legalverhaltens im Rahmen einer Kriminalprognose aufgrund der Häufigkeit bestimmter Merkmale.
Hier ist zuerst das Schlechtpunktverfahren zu nennen, bei dem für die Prognose ausschließlich negative
Merkmale in der Person des Täters in Form der Vergabe von Punkten (insbesondere für eine schwierige familiäre oder berufliche Situation des Täters) erfasst werden. Je höher die Zahl der Negativfaktoren, desto wahrscheinlicher ist ein künftiges kriminelles Verhalten.
Kritik: Gerade die Delikte, die eine hohe Intelligenz des Täters
erfordern, sind nicht erfassbar, auch gibt es für einzelne Faktoren keine Abstufung nach ihrer Wichtigkeit. Günstige Merkmale finden dagegen keinerlei Berücksichtigung, obwohl sie der Delinquenz entgegenstehen können.
Die Punktwertverfahren gewichten die einzelnen positiven und negativen kriminalitätsrelevanten Faktoren in der Person des Täters. So wird insbesondere seine familiäre Situation beleuchtet, manche Punkt-wertverfahren nehmen auch Schulausbildung, Arbeitsstellen, Alkoholmissbrauch, Drogenabhängigkeit und frühere Delinquenz mit auf. Jedes ermittelte Merkmal wird mit einer Quote versehen, die seiner Bedeutung für das künftige Legalverhalten des Täters entspricht. Dann wird für jedes Merkmal eine prozentuale Rückfallquote ermittelt. Die einzelnen Quoten werden anschließend addiert. Je höher die Punktzahl ausfällt, desto wahrscheinlicher ist ein künftiges kriminelles Verhalten.
Kritik: Die einzelnen Merkmale entziehen sich objektiver Beurteilung. Exakte Prozentangaben vermitteln lediglich eine mathematische Scheingenauigkeit, die sich empirisch nicht belegen lässt.
Mithilfe von Strukturprognosetafeln werden nicht nur kriminalitätsrelevante Faktoren wie bei den Punktwertverfahren in den Blick genommen; es werden hier zusätzlich spezifische Wechselwirkungen zwischen mehreren gleichzeitig auftretenden Faktoren berücksichtigt.
Kritik: Die Auswahl der Kriterien ist willkürlich, sodass die Ergebnisse untereinander nur bedingt vergleichbar sind.






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