Testamentseröffnung

Viele Testamente werden nicht amtlich verwahrt. Beim Tod eines Erblassers muss derjenige, in dessen Besitz sich die letztwillige Verfügung befindet, diese unverzüglich dem Nachlassgericht

übergeben, d. h. sobald er vom Ableben des Betreffenden erfährt. Tut er das nicht, weil er eine andere erbrechtliche Regelung herbeiführen will, so liegt eine Urkundenunterdrückung vor. Die Ablieferung des Testaments kann durch ein Ordnungsgeld erzwungen werden.
Bei einer amtlich hinterlegten letztwilligen Verfügung verständigt das Standesamt die Verwahrungsstelle über den Todesfall, woraufhin Letztere das Testament dem Nachlassgericht übermittelt. Dieses bestimmt daraufhin einen Termin zur Eröffnung und lädt die gesetzlichen Erben sowie alle sonstigen Beteiligten dazu vor.

Das Amtsgericht (-"‘Nachlassgericht), bei welchem ein (privatschriftliches oder öffentliches) Testament in Verwahrung gegeben wird, benachrichtigt hiervon das Standesamt (Standesbeamter) des Geburtsortes des Erblassers. Das Standesamt des Sterbeortes des Erblassers, bei dem sein Tod gemeldet wird, benachrichtigt das Standesamt des Geburtsortes vom Tod, und dieses gibt die Todesnachricht an die Verwahrungsstelle weiter. Ferner hat jeder Besitzer eines nicht verwahrten Testaments dieses nach dem Tod des Erblassers dem Nachlassgericht abzuliefern, § 2259 BGB. Das Nachlassgericht setzt einen Termin zur T. fest. Zu ihm sind die gesetzlichen Erben und alle Beteiligten zu laden, die durch das Testament irgendwie berührt werden, §§ 2260, 2261 BGB. Im Termin ist das Testament zu öffnen, den Beteiligten zu verkünden und ihnen auf Verlangen vorzulegen. Die T. ist zwingend vorgeschrieben, § 2263 BGB. Vor T. beginnt die Frist für die Erbausschlagung nicht zu laufen. Ein öffentliches Testament oder ein Erbvertrag (auch dieser wird durch T. verkündet) und die Niederschrift über ihre Eröffnung ersetzen für den Nachweis der Erbfolge im Grundbuchverkehr den Erbschein.






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