verdeckte Gewinnausschüttungen

dürfen bei der Einkommensermittlung der Körperschaften nach § 8 Abs. 3 S.2 KStG das Einkommen nicht mindern und sind deshalb wieder hinzuzurechnen.
Eine verdeckte Gewinnausschüttung ist (BFH BStB1. II 1989, 475; 1990, 89)
— eine Vermögensminderung oder verhinderte Vermögensmehrung der Körperschaft,
— die durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasst ist,
— sich auf die Höhe des Einkommens auswirkt und
nicht auf einem den gesellschaftsrechtlichen Vorschriften entsprechenden Gewinnverteilungsbeschluss beruht (offene Gewinnausschüttung). Eine Veranlassung durch das Gesellschaftsverhältnis ist dann anzunehmen, wenn ein ordentlicher und gewissenhafter Geschäftsleiter (Vorstandsmitglieder, § 93 Abs. 1 AktG; Geschäftsführer, § 43 Abs. 1 GmbHG) die Vermögensminderung oder verhinderte Vermögensmehrung gegenüber einer Person, die nicht Gesellschafter ist, unter sonst gleichen Umständen nicht hingenommen hätte (BFH BSt131. II 1987, 461; 1989, 248). Dabei kommt besondere Bedeutung den beherrschenden Gesellschaftern zu (z.B. durch Stimmenmehrheit, auch im Zusammenwirken mit anderen Gesellschaftern mit gleichen finanziellen Interessen zum Zeitpunkt des zu beurteilenden Rechtsgeschäfts), da eine Veranlassung durch das Gesellschaftsverhältnis anzunehmen ist, wenn es an einer zivilrechtlich wirksamen, klaren und im Voraus abgeschlossenen Vereinbarung darüber fehlt, ob und in welcher Höhe ein Entgelt für eine Leistung des Gesellschafters zu zahlen ist, oder wenn nicht einer klaren Vereinbarung entsprechend verfahren wird (z. B. in Fällen der Mitarbeit
oder der Nutzungsüberlassung wie Miete, Pacht oder Darlehen).
Die Frage, ob eine verdeckte Gewinnausschüttung vorliegt, ist nach der von der Rechtsprechung entwickelten Fiktionstheorie zu beurteilen (BFH BStBl. II 1976, 88; 1989, 510).
Die objektive Beweislast für das Vorliegen einer verdeckten Gewinnausschüttung obliegt den Finanzbehörden (BFH BStB1.II 1993, 569), andererseits ist die betriebliche Veranlassung der als Vermögensminderung behandelten Betriebsausgaben durch die Körperschaft nachzuweisen.
Wegen weiterer Einzelheiten siehe H 36 und 37 KStH 2006.






Vorheriger Fachbegriff: Verdeckte Gewinnausschüttung/Verdeckte Einlage | Nächster Fachbegriff: verdeckte Gewinnausschüttungen-ABC


Status der Seite: Auf aktuellem Stand. Nach Überprüfung freigegeben.

 


 

Copyright 2014 Rechtslexikon.net - All rights reserved. Impressum Datenschutzbestimmungen Nutzungsbestimmungen