Herrenlos

bedeutet, in niemandes Eigentum stehend. Herrenlos wird eine Sache z.B. durch Aufgabe des Eigentums, die sog. Dereliktion, § 959 BGB. Die Dereliktion erfordert als tatsächliches Element die Aufgabe des Besitzes und als voluntatives Element die Absicht, das Eigentum aufzugeben. Damit ist sie Rechtsgeschäft und Verfügung zugleich. Der rechtsgeschäftliche Teil ist der Anfechtung fähig. Somit kann ein nicht Geschäftsfähiger nur den Besitz, nicht aber das Eigentum aufgeben. Da die Dereliktion auch rechtlich nachteilig ist, benötigt ein beschränkt Geschäftsfähiger dazu die Zustimmung des gesetzlichen Vertreters, § 108 I BGB.

(§ 958 BGB) ist die im Fehlen von Eigentum bestehende Eigenschaft einer Sache (z.B. wildes Tier, derelinquierte Sache). Wer eine herrenlose bewegliche Sache - ohne Verletzung eines gesetzlichen Verbots oder eines Aneignungsrechts einer anderen Person - in Eigenbesitz nimmt, erwirbt das Eigentum. H. ist zu unterscheiden von besitzlos ( Fund). Bei der Zwangsvollstreckung in ein herrenloses Grundstück ist ein Vertreter zu bestellen (§ 787 ZPO).






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