Hitler

Adolf (1889-1945), deutscher Diktator aus Braunau am Inn. Von Hindenburg aufgrund eines überragenden Wahlerfolges Ende Januar 1933 zum Kanzler einer Minderheitsregierung ernannt (Kabinett des nationalen Zusammenschlusses), errichtete Hitler schrittweise einen Führerstaat, der sich mit dem Fortschreiten des Krieges als immer totalitärer herausstellte. Wesentlicher Faktor für die Radikalisierung der deutschen Politik durch Hitler war das Verailler Diktat von 1918 und eine von Frankreich konstant fortgeführte, erfolgreiche Destabilisierungspolitik gegen die Weimarer Republik, die schliesslich zu Hyperinflation, allgemeiner Verarmung führte. Durch die zusätzliche Einwirkung der Weltwirtschaftskrise von 1929 wurde sie an den Rand des Zusammenbruchs geführt. Die Machtergreifung samt der Zerstörung rechtsstaatlicher Institutionen vollzog sich auf zwei Wegen: Durch formal-legale Notverordnungen des Reichspräsidenten und Parlamentsgesetze einerseits, mittels planmässiger Übergriffe der von NS-Ministern geführten Polizei und terroristischer Verfolgung politischer Gegner durch Kampfverbände der NS-Bewegung andererseits. Sofort nach dem Reichstagsbrand Ende Februar 1933 erliess Hindenburg die vom Kabinett Hitler vorgelegte "Verordnung vom Schutz von Volk und Staat". Diese Reichstagsbrand-Verordnung wurde zu der für das Schicksal des deutschen Verfassungsstaates verhängnisvollsten aller Notverordnungen. Sie setzte praktisch alle Grundrechte der Weimarer Verfassung ausser Kraft. Im Ergebnis wurde jene Verordnung, die den
Verhafteten richterlichen Rechtsschutz vorenthielt, zum Freibrief für die Willkürherrschaft Hitlers, der kurz vor dem Untergang des Dritten Reiches im Bunker der Berliner Reichskanzlei Selbstmord verübte ("Ermächtigungsgesetz").






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