Wertpapiere

Wertpapiere sind Urkunden, in denen ein Recht verbrieft ist, für dessen Ausübung man im Besitz der Urkunde sein muss.
Zu den verbrieften Rechten können Forderungsrechte gehören — z.B. bei Scheck oder Wechsel —, Sachenrechte wie etwa Eigentum oder auch Mitgliedschaftsrechte wie z. B. die Teilhaberrechte an einem Unternehmen durch den Besitz von Aktien.
Wertpapiere unterscheiden sich erheblich darin, wie die verbrieften Rechte weiter übertragen werden können. Man unterteilt sie daher in Inhaberpapiere, Orderpapiere und Rektapapiere. Inhaberpapiere sind Wertpapiere, bei denen das verbriefte Recht vom jeweiligen Inhaber geltend gemacht werden kann. Mit der Übereignung des Wertpapiers geht also automatisch auch die darin verbriefte Forderung über. Beispiel: Inhaberscheck.
In Orderpapieren — Beispiel: Wechsel — ist ein bestimmter Leistungsempfänger benannt. Nur dieser bzw. derjenige, an den das Recht durch ein Indossament — d. h. eine schriftliche, mit der Urkunde fest verbundene Erklärung des Leistungsempfängers — übertragen ist, kann wirksam die Leistung fordern. Zur Übertragung des Rechts ist also neben der Übergabe des Wertpapiers noch das Indossament erforderlich.
Im Rektapapier schließlich ist ein bestimmter Leistungsempfänger bezeichnet. Die Rechte aus diesem Wertpapier — Beispiel: Hypothekenbrief — können nur nach allgemeinen Regeln, also etwa durch Abtretung oder Erbschaft, übertragen werden. Der Besitz eines Rektapapiers für sich ist also wertlos, vielmehr muss der Berechtigte nachweisen, dass er die darin verbriefte Forderung erworben hat.
Wertpapiere als Geldanlage
Wertpapiere, die der Geldanlage dienen, werden im Bankbetrieb Effekten genannt. Darunter fallen Aktien, Immobilien- und Rentenzertifikate, Bundesschatzbriefe und anderes mehr.
Bei der Überlegung, ob und, wenn ja, welche Wertpapiere angeschafft werden sollen, sind neben steuerlichen Erwägungen auch die Gesichtspunkte Sicherheit, Ertrag und Verfügbarkeit ausschlaggebend. Es gibt keine Geldanlage, bei der alle drei Aspekte optimal erfüllt werden; vielmehr sind sichere und/oder schnell verfügbare Anlagepapiere in der Regel schlecht verzinst, während hoch spekulative und damit unsichere Wertpapiere gut verzinst werden.
Bei der Anlage größerer Beträge sollte man professionelle Hilfe von einem Finanzberater in Anspruch nehmen.

Siehe auch Aktien, Finanzberater

Urkunden, die von einem Verpflichteten über ein ihm gegenüber bestehendes Recht (im subjektiven Sinne) ausgestellt worden sind und zunächst einmal als Beweis dafür dienen, daß dieses Recht besteht. Dies haben sie mit allen anderen zu Beweiszwecken ausgestellten Urkunden gemeinsam, zum Beispiel mit einem einfachen Schuldschein. Darüber hinaus dienen Wertpapiere aber meist auch noch der Legitimation des Berechtigten: Wer sie in Besitz hat, gilt als der Inhaber des darin verbrieften Rechts (Legitimationsfunktion). Dementsprechend wird das darin verbriefte Recht auch oft durch Übergabe des Wertpapiers übertragen (Transportfunktion) oder anders ausgedrückt: Das Recht aus dem Papier folgt dem Recht am Papier. Nach der Art der in dem Wertpapier verkörperten Rechte unterscheidet man: a) Forderungspapiere: Gerichtet auf Zahlung eines im Papier angegebenen Geldbetrages: Wechsel, Scheck, Schuldverschreibungen (Obligationen), Pfandbriefe. Gerichtet auf Lieferung im Papier angegebener Waren: Lagerscheine der Lagerhalter, Ladescheine der Frachtführer, Konnossemente der Reeder. b) Pfandrechtspapiere (Hypotheken- und Grundschuldbriefe). Mitgliedschaftspapiere (Aktien). Nach der Art, in der in dem Wertpapier der Berechtigte bezeichnet ist, unterscheidet man: Inhaberpapiere: Sie enthalten überhaupt keine Bezeichnung des Berechtigten. Infolgedessen steht das darin verbriefte Recht dem jeweiligen Besitzer des Papiers zu. Die Übertragung dieses Rechts erfolgt allein durch Übergabe des Papiers. Beispiele: die meisten Aktien, Schuldverschreibungen und Pfandbriefe. e) Orderpapiere: Sie enthalten eine Bezeichnung des Berechtigten, jedoch mit dem Zusatz: «oder an dessen Order». Der angegebene Berechtigte kann das Recht durch Übergabe des Papiers übertragen mit einem Vermerk auf der Rückseite (Indossament), das den Wortlaut hat: An die Order (des neuen Berechtigten), Unterschrift (des alten Berechtigten). Es genügt meist auch einfach die Unterschrift des alten Berechtigten. Als jeweils Berechtigter gilt dann, wer das Papier augenblicklich in Besitz hat und eine lückenlose Kette von Indossamenten vorweisen kann, die auf den ursprünglich im Papier genannten Berechtigten zurückführen. Beispiele: Wechsel, Scheck, Lager- und Ladescheine, Konnossemente. f) Namens- oder Rektapapiere: Sie enthalten eine Bezeichnung des Berechtigten ohne Zusatz. Er kann das Recht nur nach den allgemeinen Regeln übertragen; es gilt der Grundsatz: Das Recht am Papier folgt dem Recht aus dem Papier. Beispiele: Namensaktien, Hypotheken- und Grundschuldbriefe.






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